Zimmermannsarbeiten mit Holzverbindern

Winkelbeschläge lassen sich vielseitig einsetzen. Sie sind in verschiedenen Abmessungen im Handel, so dass für jeden Zweck der richtige Beschlag zu finden ist.
Bei Winkelbeschlägen ist folgendes zu beachten: Der Druck des Balkens muss immer aufgefangen werden.

Beispiel: Ein waagerechter Balken, der zwischen zwei senkrechte Hölzer gespannt wird, muss von unten durch den Beschlag abgestützt werden. Der Winkelbeschlag darf nicht über dem Balken sitzen, damit die nach unten ziehende Kraft die Nägel nicht ausreissen kann! Der Winkelbeschlag ist mit und ohne Wulstverstärkung erhältlich, je nachdem, wie gross die Haltbarkeit sein muss. Der Winkel ist 90 mm breit, der Schenkel 105 mm lang. Dieser Winkelbeschlag ist nicht gleichschenklig und wird dort eingesetzt, wo Kraftübertragungen eine Verbindung belasten. Länge der Schenkel: von 40 mm bis 100 mm. Unten rechts: Dieser Winkelbeschlag wird Balkenschuh genannt. Er ersetzt die herkömmliche Zapfenverbindung oder wird dann eingesetzt, wenn ein alter Balken gegen einen neuen ausgetauscht werden soll. Neben dem hier gezeigten Balkenschuh mit den nach aussen gebogenen Flügeln gibt es auch solche, die nach innen gebogene Flügel haben. Balkenschuhe gibt es auch in verschiedenen Abmessungen. Sonderformen sind möglich. Lochplatten benutzt man hauptsächlich, um sogenannte Dreiecksbinder herzustellen oder um zwei gleich dicke Hölzer miteinander zu verbinden.
Um eine grössere Stabilität herzustellen, werden sie von beiden Seiten mit Ankernägeln befestigt, z.B. mit einer Tischbohrmaschine. Man bekommt die Lochplatten in Grössen zwischen etwa 200 mm X 60 mm und 1500 mm X 240 mm. Auch Sonderformate und Sondergrössen können gegen einen Aufpreis geliefert werden. Dies lohnt sich vor allem bei einer hohen Stückzahl, wenn man die handelsüblichen Beschläge nicht sehr gut einsetzen kann. Bei rechtwinkligen Verbindungen muss man darauf achten, dass die Nägel nicht direkt nebeneinander, sondern versetzt eingeschlagen werden. Sonst kann es passieren, dass das Holz an dieser Stelle platzt. 13Ankerbeschläge.
Der Sparrenpfettenanker wird bei Dachkonstruktionen verwendet, bei denen anschliessend noch Verkleidungen angebracht werden. Sie werden in verschiedenen Längen angeboten.
Dieser Anker trägt Stahlträger, die mit Holzbalken verbunden werden sollen. Die Einschubhöhe beträgt 30 mm, die Einschubtiefe 15 mm. Die Stahlplatte ist galvanisiert und 4 mm dick. Oben rechts; Die Ankernägel haben Rillen. Sie halten wie Schrauben, werden aber wie Nägel eingeschlagen. Unterhalb der Kopfe sind die Nägel konisch ausgebildet. Sie füllen beim Einschlagen genau die Löcher aus. So wird eine stabile Verbindung möglich. Diese Ankernägel bekommt man mit verschiedenen Kopfarten: Linsenkopf, versenkbar oder flach. Einpressdübel werden auch »Bulldog-Holzverbinder « genannt. Man befestigt sie nicht durch Dübel, sondern sie pressen sich bei Druck selbst in das Holz. Diese Verbinder kann man nur dort einsetzen, wo die einzelnen Hölzer mit Bolzen verschraubt werden.
Dieser Einpressdübel besteht aus einem dünnen Ring mit beidseitig aufgesetzten Dornen. Er ist schwarz lackiert. Man verbindet mit ihm Hölzer von unterschiedlicher Dicke und Breite. Es gibt ihn mit verschiedenen Durchmessern.
Bei diesem Holzverbinder ist die Kante so ausgearbeitet, dass sie einen einoder zweiseitigen Strahlenkranz ergibt. Durch den Innendurchmesser passt ein dikker Bolzen, der die Hölzer sicher verbindet. Man bekommt ihn rund mit verschiedenen Durchmessern, in eckiger Ausführung gibt es ihn in zwei Grössen. Die Einpressdübel verhindern, dass sich ein Balken, der aus zwei oder drei kürzeren Hölzern zusammengesetzt wird, durchbiegt. Diese Dübel können sich nicht selbst lösen und sind unsichtbar.   

Schönere Wände rund um das Haus

Regen und Sonne, Wind und Schmutz hinterlassen mit der Zeit ihre Spuren an den Aussenwänden eines Hauses. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich zu einer gründlichen Fassadenrenovierung entschliesst. Wir zeigen Ihnen die Punkte, auf die es besonders ankommt, und die Materialien, mit denen Sie am besten arbeiten können. Und wenn Sie gerade so richtig schön in Schwung sind, sollten Sie auch den Innenwänden eine gründliche Behandlung zuteil werden lassen.


Zwischen Mauerwerk und Fenster- und Türzargen entstehen Spalten, weil das Holz arbeitet. Diese Ritzen verursachen Zugluft und im Winter Heizungswärmeverlust. Ein verwitterter Fensteranstrich gibt das Holz selbst dem Verfall preis: Feuchtigkeit dringt ein, die Rahmen verziehen sich und gehen aus dem Leim; schliesslich fault das Material weg. Ein Riss im Putz ist eine ernst zu nehmende Verletzung der Aussenhaut Ihres Hauses. Wasser kann eindringen, das Mauerwerk durchfeuchten und bei Frost noch weiteren grossen Schaden anrichten. Undichte Regenrohre sind ein Schönheitsfehler, der auch schlimmere Folgen nach sich ziehen kann. Bei kleineren Schäden an Zinkrohren kann durch Löten repariert werden, bei grösseren Ersatz durch korrosionsfeste Rohre. Die Holzverblendung unter der Dachtraufe wird bei kleineren Ausbesserungsarbeiten häufig übersehen. Fehlt eine Verblendung, sieht man sich statt dessen die sichtbaren Enden der Sparren genauer an. Auch am Dach lohnt es sich, kleine Schäden rechtzeitig zu beheben, bevor grössere daraus werden. Gebrochene Ziegel ersetzen, evtl. vorhandenes Moos abkratzen oder abbürsten. Die Giebelverblendung ist der Abschluss des Daches. Im Holz kleinere Schadstellen ausspachteln, bei Blechverkleidungen Stücke auflöten oder aufkleben. Ausgebrochene Ecken an Putzkanten sind meist die Folge mechanischer Beschädigungen. Wo die Gefahr besteht, dass erneut Stücke abgeschlagen werden, sollte man eine Verstärkungsschiene einputzen. Schadstellen im Mauersockel sorgfältig ausbessern, dann mit einer besonders widerstandsfähigen Farbe beschichten. Bei Balkonen überprüft man den Estrich oder Bodenbelag auf Löcher und Risse. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Abschluss der Hauswand; Schäden lassen hier leicht Wasser ins Haus dringen. 

Die Farben für Aussenanstriche müssen sorgfältig ausgewählt werden, damit der neue Glanz auch lange strahlt. 

Kalk
Kalk ist Bindemittel und weisse Farbe zugleich. Man gewinnt ihn aus Kalkstein, der durch Brennen und anschliessendes Löschen mit Wasser sowie Sumpfen in Kalkgruben in gelöschten Kalk umgewandelt wird. Guter Kalk hat nur geringe Beimengungen von Ton, mineralischen und organischen „Zutaten “. Speck- oder Weisskalk ist der beste Anstrichkalk. Der mit Wasser angerührte weisse Brei, die Kalkmilch, der man auch kalkbeständige Pigmente zugeben kann, trocknet nach dem Anstrich durch Aufnahme von Luftkohlensäure und versteinert unter gleichzeitiger Wasserabgabe zu Kalkstein. Kalkanstriche immer dünn auftragen, besser mehrmals streichen als einmal dick. Wer rein weisse Mauern oder Wände mag, kommt mit dem uralten Kalkanstrich (im hohen Norden wie im tiefen Süden gleichermassen beliebt) voll auf seine Kosten. Man kann dieses besonders preiswerte Anstrichmaterial auch nach althergebrachten Spezialrezepten (durch Zugabe von Heringslake oder Kaliwasserglas etwa) individuell ansetzen. Der Anstrich muss allerdings öfter mal erneuert werden, insbesondere an Wetterseiten. Da Kalk ätzt, ist bei der Verarbeitung Vorsicht in bezug auf Augen, Haut und Haare geboten.
Einsatzgebiete: ungestrichene Kalk- und Zementputze, Natursteine und festsitzende Kalkanstriche. Kalk ist auch bekannt als Mörtel- und Farbenbindemittel in der Freskomalerei sowie als Mörtelbindemittel beim Sgraffito.

Silikatfarben
Basis ist hier Kaliwasserglas, das als farbloses Kolloid (und Lösung) zum Binden von wasserglasbeständigen Pigmenten dient. Als Stabilisatoren setzt man nicht selten Kunstharze zu, die für eine noch bessere Anstrichfähigkeit sorgen. Der Anstrich erstarrt durch Verdunsten vom Wasserglas. Durch Einwirkung der Luftkohlensäure kommt es zur Verkieselung. Dieses Verkieseln ist aber nur auf mineralischen Untergründen möglich: Hier bilden sich unlösliche Silikate zwischen Wasserglas, Pigment und mineralischem Untergrund. Silikatanstriche werden bei richtiger Verarbeitung in feuchter und kühler Witterung „ steinhart“ : Nach der chemischen Umsetzung (Verkieselung) sind sie wetterbeständig. Ausserdem beständig gegen Rauchgase und Säuredämpfe. Silikatfarben sind als Ein oder Zweikomponentenfarben zu haben. Sie trocknen stumpfmatt auf. Durch Überzug mit Wasserglas kann man matte Anstriche glänzend machen. Zu wenig gebundene Silikatfarben neigen zum Wischen, zu stark gebundene können glasige Flecken zeigen. Die alkalischen Eigenschaften dieser Farben wirken ätzend auf Haut und Haare. Darauf beim Streichen achten.

Einsatzgebiete: neue Kalk- und Zementputze, Natursteine, Asbestzementplatten.
Übrigens: Anstriche auf Kacheln sind kaum wieder zu entfernen. 

Öllacke
Öllacke sind Lösungen von Natur- oder Kunstharzen in fetten Ölen. Dazu kommen Verdünstungsmittel, Trockenstoffe und Pigmente. Öllacke sind immer „körperreiche“ Lacke mit hohem Gehalt an sich nicht verflüchtigenden Bestandteilen oder Filmbildnern; sie trocknen darum auch nur langsam. Öllacke sind lufttrocknende Anstriche, die sich durch leichte Verstreichbarkeit, gute Überstreichbarkeit sowie durch Glanz und Fülle auszeichnen. Sie lassen sich schnell mit Terpentinöl oder Testbenzin verdünnen, sind ausserdem ungiftig. Nur fette Lacke, die einen guten Verlauf haben und grosse Elastizität aufweisen (aber geringere Härte), sind wetterbeständig. Der grosse Vorteil: Öllacke sind preiswert.
Einsatzgebiete: trockene und neutrale Untergründe wie Putz, Naturstein und Holz. 

Polymerisatharzlacke
Vorweg: Polymerisation ist der Zusammentritt von mehreren Molekülen eines Stoffes zu einer neuen Verbindung, deren Molekulargewicht ein Vielfaches von dem des Ausgangsstoffes beträgt. Bei den Lacken dieses Namens handelt es sich um Lösungen von Polymerisatharzen in flüchtigen Lösungsmitteln unter Zusatz von Pigmenten. Meist auch unter Zusatz anderer Filmbildner sowie von Weichmachern. Die Eigenschaften dieser Lacke sind je nach Basis verschieden; gemeinsame Eigenschaften aller Arten sind: schnelles Trocknen (1—2 Stunden) durch Verdunsten der Lösungsmittel und gute Streichbarkeit. Beim Spritzen allerdings neigen sie zum „Fadenziehen“. Bei der Verarbeitung der Lacke kann es zu unangenehmen Geruchsentwicklungen kommen. Für alle, die’s ganz genau wissen wollen: Es gibt Polyvinylchlorid- Lacke (PVC-Lacke), Polyvinylazetat-Lacke (PVAc-Lacke), Polyacrylat-Lacke (PA-Lacke), Polyacrylat-Einbrennlacke, Acryl-Mischpolymerisat-Lacke sowie Polyäthylen-Lacke.
Einsatz gebiete: für beanspruchte Zement- und Betonanstriche. Acryl- Mischpolymerisat-Lacke für licht- und wetterbeständige Fassadenanstriche.
Verarbeitung: streichen, spritzen oder beschichten.

Dispersionen
Das Wort Dispersionsfarbe oder Dispersionslack begegnet dem Seibermacher auf Schritt und Tritt. Was aber in den viel verkauften Eimern steckt, wird selten verraten, stellt sich meistens erst durch den Anstrich dar. Dispersion kommt aus dem Lateinischen, dispergere = verteilen. Dispersion bedeutet die Verteilung eines Stoffes in einer Flüssigkeit. Dabei unterscheidet man 1. Emulsionen (ölhaltige Dispersionen): feine Verteilung von flüssigen Bindemitteln (etwa Öl oder Lack) in Flüssigkeit (Wasser); 2. Suspensionen (ölfreie Dispersionen): Verteilung von festen Bindemitteln (etwa Kunstharzen) in Flüssigkeiten (Wasser). Emulsionen kann man selber hersteilen, wenn man Öl oder Lack in Leimlösung einrührt. Derartige Eigenprodukte eignen sich aber nur für Innenanstriche. Suspensionen dagegen kommen durch Polymerisation von Monomeren in wässeriger Dispersion zustande. Sie enthalten neben den viel verwendeten Kunstharzen meistens noch Zusätze von Verdickungsmitteln (Cellulose, Kasein), Entschäumern, Konservierungs-, Benetzungs- sowie Lösungsmitteln. Dispersionen sind mit Wasser verdünnbar. Für Aussenanstriche müssen sie wetterbeständige Eigenschaften haben. Als gut wetterbeständig gelten weichmacherfreie PVAc-Co-Farben, PVA-Co- Polymerisat-Farben und PVC-Farben. Auch Latex-Farben sind Dispersionen. Dispersionen bekommt man matt, mit Seidenglanz und mit ölartigem Glanz. Anstriche aus Kunstharzdispersionen bilden auf dem Untergrund einen geschlossenen Film. Dispersionen sind frostempfindlich, lassen sich nach dem Auftauen nicht mehr verarbeiten.
Einsatzgebiete: Die aktuellste Fassadenfarbe. Weiter für Zement- und Kalkputze, für Beton, Mauerwerk und auch Holz. Kann man auch auf festsitzende Kalk-, Silikat-, Öl- und Lackfarben streichen. Für die vielen guten Eigenschaften der Dispersionsfarben und -lacke muss man auch entsprechend zahlen. Seien Sie skeptisch bei erstaunlich billigen Angeboten; hier hält die Qualität meistens nicht, was die Verpackung verspricht.

Alkydharzlacke
Diese Lacke sind eine Weiterentwicklung der Öllacke, mit diesen darum artverwandt. Es sind Lösungen ölhaltiger Alkydharze in flüchtigen Lösungsmitteln unter Zusatz von Pigmenten und meistens auch anderen Harzen sowie Trockenstoffen. Man nennt sie auch - ungenau - einfach synthetische Lacke oder Kunstharzlacke. Alkydharzlacke zeichnen sich durch Stoss- und Schlagfestigkeit aus, vereinen damit zugleich Elastizität und Härte. Sie trocknen durch Verdunsten der Lösungsmittel sowie durch Oxydation und Polymerisation der öligen Bestandteile. Auch die Zeit der völligen Durchhärtung ist bei Alkydharzlacken wesentlich kürzer als bei Öllacken. Die Wetterbeständigkeit dieser Lacke ist sehr gut, besonders die der fetten Alkydharzlacke. Sie vertragen sich übrigens mit Öllacken. Die Oberflächen von Alkydharzanstrichen sind glatter als die von Öllacken.
Einsatzgebiete: Matte Alkydharzlacke hauptsächlich für Fassadenanstriche. Saugende Untergründe grundieren. Spezialfarben Chlorkautschuklacke sind besonders wasser-, wetter- und chemikalienbeständig sowie staubtrocken in etwa einer Stunde. Sie lassen sich aber nicht leicht verarbeiten. Epoxidharzlacke sind elastisch und hart zugleich, trocknen ebenfalls schnell, eignen sich für treibstoffbeständige Anstriche auf Putz und Beton.

Polyesterlacke
Das Besondere an diesen Lacken ist, dass beim Erhärten nicht das Lösungsmittel verdunstet, sondern mit polymerisiert wird und dabei nach dem Trocknen einen Teil des Lackfilms bildet. Dadurch sind Filme von bisher nicht erreichter Schichtdicke möglich. Polyesterlacke sind nach etwa einer Stunde staubtrocken und über Nacht völlig durchgehärtet. Für Innen - und Aussenanstriche.

Leimfarbe
Die gute alte Leimfarbe ist eine Mischung aus Celluloseleim und Kreide. Man kauft das Pulver in Paketen und rührt es in Wasser ein, in dem es sich klumpenfrei auflöst. Für farbige Leimanstriche kann man Pigmente beimischen. Der nach TAKD wischbeständige Anstrich trocknet durch Verdunsten des Wassers und ist danach wieder wasserlöslich. Leimanstriche sind weder wasser- noch wetterbeständig, aber besonders atmungsaktiv. Bei stark saugendem Putz mit einer dünnen Leimlösung vorstreichen.

Polyurethanlacke
Das sind Ein- oder Zweikomponentenlacke aus Polyester und Polyisocyanaten. Bekannt auch unter dem Namen DD-Lacke. Beim Anstrich bilden sie einen Film, der sich durch grosse Härte , Fülle und guten Glanz auszeichnet. Beständig gegen Wasser, Chemikalien und Lösungsmittel. Sie lassen sich nur mit Spezialverdünnungsmitteln (Estern, Glykolester, Ketonen) verdünnen. Polyurethanlacke setzt man für besonders beanspruchte Anstriche ein. Sie sind feuchtigkeitstrocknend auch auf feuchten Untergründen. Als Zweikomponentenlack werden sie durch Zusammenfügen von Stammlack und Härter angesetzt. 

Chlorkautschuklacke
Chlorkautschuklacke sind hart und elastisch zugleich, ausserdem dauerhaft beständig gegen Wasser und Chemikalien. Sie sind darum ideale Wandanstriche in Nassräumen, in denen man auf Fliesen verzichtet hat. Sie eignen sich auch als Anstrich im Schwimmbecken, ebenso für Heizkörper. Beim Streichen flott und mit vollem Pinsel arbeiten.

Mehrfarbenbeschichtungsmittel
Diese Lackfarben mit Mehrfarbeneffekt nennt man auch Bunteffekt-, Multicolor- oder Mosaiklacke. Sie sind aus Lack- und wässeriger Phase zusammengesetzt, durch deren Unverträglichkeit sich beim Spritzen verschiedenfarbige 2—4 mm grosse Lacktröpfchen auf dem Untergrund festsetzen. Die strapazier-, stoss- und schlagfesten Lacke verwendet man für haltbare, dekorative Anstriche in Flur und Treppen haus. Man mischt sie aus Unifarben selbst.


Meistens muss der alte Anstrich weg
Die Entwicklung der modernen Kunststoffchemie bringt für Hausbesitzer viele Vorteile: Mit den heute angebotenen qualitativ hochwertigen Farben kann ein richtig aufgebauter Anstrich zwanzig Jahre und länger halten. Für so langlebige Aussenanstriche verwendet man moderne Kunststoffdispersionsfarben auf Latex- oder Acrylharzbasis, die in Wasser emulgiert sind. Das bedeutet, dass man zum Verdünnen der Farben und zum Reinigen der Arbeitsgeräte keine besonderen Lösungsmittel braucht, sondern einfach Wasser nehmen kann. Die Arbeitszeit, die Sie für eine Aussenrenovierung ansetzen müssen, hängt vor allem vom Zustand des Hauses vor Beginn der Arbeiten ab. Bei einer verwitterten, rissigen Fassade fällt die meiste Arbeit an, bevor Sie den neuen Farbanstrich auf tragen können. Die Arbeit und die Sorgfalt, die sie hierbei aufwenden, lohnen sich aber in jedem Fall. Wer einfach die neue Farbe auf eine verschmutzte und schadhafte Fassade aufträgt, verschwendet bloss Zeit und Material. Am leichtesten geht es natürlich, wenn der alte Anstrich aus einer noch gut erhaltenen Kunststoffarbe besteht. Hier brauchen Sie bloss mit Wasser und Haushaltsreiniger den Schmutz abzuwaschen, dann können Sie die neue Farbe auftragen. Alte Anstriche mit Kalk- oder Binderfarben dagegen muss man restlos entfernen. Die neue Farbe löst sonst die alte ab, der Neuanstrich kann nicht auf dem Putz haften. Kalk- und Binderfarben wäscht man am besten mit warmem Salzwasser und einem kurzhaarigen Quast ab. Hinterher die Rückstände noch mit reichlich klarem Wasser abspülen. Drahtbürsten, auch solche, die man in die Bohrmaschine spannt (lesen Sie hier den Akkuschrauber Test), eignen sich auch gut zum Entfernen alter Farbschichten; nur die starke Staubentwicklung ist dabei unangenehm. Lockeren Putz, bei dem die Zuschlagstoffe (Kies) keine ausreichende Bindung durch Kalk oder Zement mehr haben (weil man an diesen Materialien früher oft sparen musste), kann man durch spezielle Tiefengrundierung, die tief in die Putzschicht eindringt, kostensparend verfestigen. Aufwendig, aber extrem haltbar und dauerhaft, ist die Armierung durch Kunstfasergewebe. Das reissfeste Gewebe geht durch die pastöse Armierungsbasis eine innige Verbindung mit dem Putzuntergrund ein. Statische Risse (d. s. Setzrisse, die tief ins Mauerwerk reichen) muss man dabei vorher erweitern, mit elastischem Fugenfüller ausspritzen und mit einer weiteren Lage Gewebe vorarmieren. Diese Stücke schneidet man so, dass der Fadenverlauf diagonal zur Längsrichtung des Risses verläuft. Die Gewebestücke müssen einander dabei ausreichend überlappen. Darüber trägt man dann die zweite, ganzflächige Armierung (nass in nass) auf. Diese Schicht braucht zum Durchtrocknen 2—3 Tage. Auf die trockene Armierung kann man normal Farbe streichen oder auch einen Kunststoffputz auftragen. Die Schicht ist immer noch elastisch genug, um weitere Setzbewegung in gewissen Grenzen aufzufangen und mitzumachen. Ziegel- und Natursteinfassaden sowie Sichtbeton kann man mit Silikongrund gegen Feuchtigkeit durch Schlagregen imprägnieren. Auf zwei Dinge sollten Sie noch achten, bevor Sie sich an die Verschönerung der Hausfassaden machen: auf die Farbwahl und das Wetter. Wie schon gesagt, kann so ein moderner Anstrich zwanzig Jahre halten. Unter diesem Gesichtspunkt sollten Sie auch den Farbton wählen. Allzu kräftige, „bunte“ Farben hat man doch schneller satt, als man zuerst glaubt. Nehmen Sie deshalb im Zweifelsfall immer eine etwas hellere, dezentere Farbe. Das beste Wetter für die Renovierung hat man meist im Frühsommer. Dann scheint die Sonne noch nicht allzu heiss auf die frische Farbe, und die Tage sind lang genug, um schnell mit der Arbeit fertig zu werden. Dass Sie sich nicht gerade eine ausgesprochene Regenperiode aussuchen, versteht sich sicher von selbst.